ASME-Druckbehälter: Export in die USA aus Sicht des Herstellers
Was ist ein ASME-Druckbehälter?
Ein ASME-Druckbehälter ist nach dem ASME Boiler and Pressure Vessel Code (BPVC) gebaut. Die Regeln für Druckbehälter stehen in Section VIII; Section VIII Division 1 „Rules for Construction of Pressure Vessels“, aktuelle Ausgabe 2025, gilt laut ASME für Druckbehälter mit innerem oder äußerem Druck über 15 psig — und zwar befeuert oder unbefeuert.
Rechtlich wirkt der Code über die Behörden am Aufstellort: Laut dem gemeinsamen Leitfaden von National Board und ASME müssen Kessel und Druckbehälter für die USA oder Kanada das Kessel- und Druckbehälterrecht des Bundesstaats oder der Provinz erfüllen, in der sie aufgestellt werden; die meisten Jurisdiktionen in Nordamerika verlangen die Registrierung ASME-gekennzeichneter Teile beim National Board.
Fassung: Den Text des Code geben wir nicht wieder. Die Aussagen stammen aus Veröffentlichungen von ASME, dem National Board und TÜV Rheinland, abgerufen am 5. Oktober 2026.
ASME Section VIII und Druckgeräterichtlinie
EU-Markt: Druckgeräterichtlinie 2014/68/EU
- CE-Kennzeichnung ab Kategorie I vor dem Inverkehrbringen, gut sichtbar, leserlich und dauerhaft (Art. 19); Geräte nach Art. 4 Abs. 3 dürfen sie nicht tragen
- Kategorie nach Art. 13 und Anhang II, Konformitätsbewertungsverfahren nach Art. 14 und Anhang III
- Zulassung von Schweißverfahren und Personal ab Kategorie II durch eine unabhängige Stelle (Anhang I Nr. 3.1.2)
USA und Kanada: ASME Boiler and Pressure Vessel Code
- Es gilt das Kessel- und Druckbehälterrecht des Bundesstaats oder der Provinz am Aufstellort
- Die meisten Jurisdiktionen in Nordamerika verlangen die Registrierung beim National Board
- Kennzeichnung mit der ASME Certification Mark nur mit ASME-Zertifizierung und nur für Teile, die nach dem Code gebaut sind
Die beiden Kennzeichnungen sind an ihr jeweiliges Regelwerk gebunden: Die ASME-Kennzeichnung darf laut National Board und ASME nur auf Teilen stehen, die allen anwendbaren Anforderungen des Code entsprechen, und setzt eine formale ASME-Zertifizierung voraus. Die CE-Kennzeichnung ist nach Art. 19 der Richtlinie vor dem Inverkehrbringen in der EU anzubringen. Wie ein Gerät nach der Richtlinie eingestuft wird, erklärt die Seite Einstufung nach Druckgeräterichtlinie.
U-Stamp: Certification Mark mit Designator U
„U-Stamp“ ist die gängige Bezeichnung; ASME selbst spricht von der ASME Certification Mark mit dem Designator U für Druckbehälter nach Section VIII Division 1. Die Marke darf laut ASME nur ein Unternehmen verwenden, das ein gültiges Certificate of Authorization besitzt.
Der Weg dorthin führt über das Joint Review: Ein Beauftragter von ASME leitet die Begutachtung, zusammen mit einem Vertreter der Authorized Inspection Agency (AIA). Für das U-Zertifikat ist ein Vertrag mit einer akkreditierten AIA erforderlich. Das Certificate of Authorization gilt laut ASME drei Jahre — das Zertifikat UM für Kleinstdruckbehälter ein Jahr. TÜV Rheinland, selbst als AIA tätig, fasst zusammen: Der Hersteller muss von ASME autorisiert sein, bevor er seine Produkte mit der Certification Mark kennzeichnen darf, und die AIA ist für das Joint Review und die gesamte Zertifizierungsdauer beteiligt.
Authorized Inspector und Data Report
Der Authorized Inspector wird von der Authorized Inspection Agency ernannt; auf dem Formblatt U-1 bestätigt er, eine gültige Kommission des National Board of Boiler and Pressure Vessel Inspectors zu halten und den Behälter inspiziert zu haben. Laut Leitfaden von National Board und ASME verlangt der Code, dass ihm die Unterlagen während der Fertigung zur Verfügung stehen.
Am Ende steht der Manufacturer's Data Report, für Section VIII Division 1 das Formblatt U-1. Er gilt laut National Board und ASME als maßgebliches Dokument, muss vollständig und richtig sein, und das Original tragen die Unterschriften des Zertifikatsinhabers und des Inspectors. Data Reports für beim National Board registrierte Teile sind laut dessen Ausfüllleitfaden binnen 30 Tagen nach der Zertifizierung einzureichen.
Was sich an WPS, PQR und Bauakte ändert
Schweißverfahren und Schweißer werden für ASME nach Section IX „Welding, Brazing, and Fusing Qualifications“ qualifiziert. ASME führt Section IX als erforderliches Codebuch für das U-Zertifikat — neben Section II Part A für die Werkstoffspezifikationen — und stellt eigene Formblätter bereit: QW-482 für die Schweißanweisung (WPS), QW-483 für die Verfahrensqualifikation (PQR) und QW-484A für die Schweißerqualifikation (WPQ). Section IX unterscheidet in der WPS wesentliche und nichtwesentliche Variablen.
Für einen Betrieb, der bisher nach europäischen Normen dokumentiert, heißt das: eigene WPS, PQR und WPQ nach Section IX (ASME stellt dafür Musterformblätter bereit) und eine Bauakte, die der Authorized Inspector während der Fertigung einsehen kann. Ob und wie vorhandene Verfahrensprüfungen nach EN ISO 15614-1 genutzt werden können, klären Sie mit Ihrer AIA — dafür haben wir keine frei zugängliche Quelle.
Schweißanweisung, Verfahrensprüfung und Schweißerprüfung nach den europäischen Normen führt die Druckgeräte Schweißdoku Software.
Was diese Seite nicht leistet
Diese Seite gibt Veröffentlichungen von ASME, National Board und TÜV Rheinland sowie den Text der Druckgeräterichtlinie wieder. Sie ersetzt weder den ASME Code noch die Abstimmung mit Ihrer Authorized Inspection Agency und keine Rechtsberatung zum Recht am Aufstellort.
Häufige Fragen
- Was ist ein ASME-Druckbehälter?
- Ein Druckbehälter, der nach dem ASME Boiler and Pressure Vessel Code gebaut ist — für Druckbehälter meist nach Section VIII Division 1. Diese gilt laut ASME für Druckbehälter mit innerem oder äußerem Druck über 15 psig, befeuert oder unbefeuert. Gekennzeichnet wird er mit der ASME Certification Mark; das setzt eine ASME-Zertifizierung des Herstellers voraus.
- Was ist der U-Stamp?
- „U-Stamp“ ist die umgangssprachliche Bezeichnung für die ASME Certification Mark mit dem Designator U für Druckbehälter nach Section VIII Division 1. Führen darf sie nur ein Hersteller mit gültigem Certificate of Authorization. Für das U-Zertifikat ist laut ASME ein Vertrag mit einer akkreditierten Authorized Inspection Agency nötig; es gilt drei Jahre.
- Was macht der Authorized Inspector?
- Der Authorized Inspector wird von der Authorized Inspection Agency ernannt und hält eine Kommission des National Board of Boiler and Pressure Vessel Inspectors. Die Unterlagen müssen ihm während der Fertigung zur Verfügung stehen; er unterschreibt gemeinsam mit dem Hersteller den Manufacturer's Data Report, für Section VIII Division 1 das Formblatt U-1.
- Braucht ein ASME-Behälter für die EU zusätzlich die CE-Kennzeichnung?
- Für Druckgeräte, die in der EU in Verkehr gebracht werden, gilt die Druckgeräterichtlinie 2014/68/EU. Überschreitet ein Gerät die Grenzwerte nach Art. 4 Abs. 1 (Kategorie I bis IV), ist die CE-Kennzeichnung vor dem Inverkehrbringen anzubringen (Art. 19 Abs. 3); Geräte nach Art. 4 Abs. 3 dürfen sie nicht tragen. Eine Ausnahme für ASME-gekennzeichnete Geräte sieht die Richtlinie nicht vor.
- Nach welchem Regelwerk werden Schweißverfahren für ASME qualifiziert?
- Nach ASME Section IX. ASME führt Section IX als erforderliches Codebuch für das U-Zertifikat und stellt Formblätter für Schweißanweisung (QW-482, WPS), Verfahrensqualifikation (QW-483, PQR) und Schweißerqualifikation (QW-484A, WPQ) bereit.
Sehen Sie sich die Software an
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KesselNorm läuft auf Schweißanweisung Software.