Klöpperboden und Korbbogenboden aus Sicht des Behälterherstellers
Was ist ein Klöpperboden?
Ein Klöpperboden ist ein gewölbter Behälterboden. Er besteht aus drei Zonen: der Wölbung — im Behälterbau Kalotte genannt —, der Krempe als Übergangsradius und dem zylindrischen Bord, an dem der Boden mit dem Mantel verbunden wird. Die Bödenhersteller führen ihn nach DIN 28011, den stärker gewölbten Korbbogenboden nach DIN 28013.
Zur Herstellung beschreibt die Bödenpresserei Slawinski die Umformverfahren Kümpeln und Bördeln sowie Fließdrücken im Kaltumformverfahren. Laut heco werden Böden mit und ohne Schweißnaht angeboten.
Fassung: Die Texte der DIN 28011 und DIN 28013 geben wir nicht wieder. Die Formangaben unten stammen aus den Katalogen der Bödenhersteller Bodenpresswerk Daaden, Weisstaler und Slawinski sowie des Anbieters heco, abgerufen am 5. Oktober 2026.
Unterschied Korbbogenboden und Klöpperboden
Klöpperboden
nach DIN 28011
- Wölbungsradius gleich dem Außendurchmesser (R = Da)
- Krempenradius ein Zehntel des Außendurchmessers (r = 0,1 · Da)
- zylindrischer Bord mindestens 3,5-fache Wanddicke (h1 ≥ 3,5 · s)
Korbbogenboden
nach DIN 28013
- Wölbungsradius 0,8-facher Außendurchmesser (R = 0,8 · Da)
- Krempenradius 0,154-facher Außendurchmesser (r = 0,154 · Da)
- zylindrischer Bord rund dreifache Wanddicke — die Hersteller schreiben „≥ 3,0 s“, „3 s“ oder „3 s oder nach Wunsch“
Der kleinere Wölbungsradius macht den Korbbogenboden tiefer: Er baut bei gleichem Durchmesser höher und hat die größere Krempe. Der Händler Zickwolff ordnet ihn deshalb höheren Drücken zu und nennt eine günstigere Spannungsverteilung. Welcher Boden für einen Behälter in Frage kommt, ergibt die Festigkeitsberechnung nach dem gewählten Regelwerk — nicht die Bodenform allein.
Kaltumformung und Wärmebehandlung
Die Bödenpresserei Slawinski beschreibt die Wirkung der Kaltumformung so: Die Festigkeitswerte steigen, Zähigkeit und Dehnung fallen; um die Eigenschaften des Ausgangsblechs wiederherzustellen, sei in vielen Fällen eine Wärmebehandlung erforderlich. Der Hersteller Jünger nennt dafür zwei Ursachen — die Kaltverfestigung in den Verformungszonen und die Spannungen aus Schweißnähten im Boden. Ob nach dem Umformen geglüht wird, richtet sich laut Slawinski nach dem geforderten Fertigungscode.
Die Druckgeräterichtlinie selbst nennt keinen Umformgrad. Sie verlangt eine angemessene Wärmebehandlung in einem geeigneten Fertigungsstadium, wenn das Fertigungsverfahren die Werkstoffeigenschaften so stark ändern kann, dass die Sicherheit des Druckgeräts beeinträchtigt wird (Anhang I Nr. 3.1.4). Ab welchem Umformgrad das der Fall ist, legt das Regelwerk fest, nach dem der Behälter gefertigt wird; dessen Text liegt uns nicht frei vor, deshalb nennen wir hier keine Schwelle.
Für die Bauakte bedeutet das: Bei der Bestellung das Regelwerk angeben, nach dem der Boden gefertigt und gegebenenfalls wärmebehandelt werden soll, und den Nachweis der Wärmebehandlung mit dem Boden anfordern — aus der Praxis, keine Vorgabe der Richtlinie in dieser Form.
Rundnaht zwischen Boden und Mantel
Die Naht, die den Boden am zylindrischen Bord mit dem Mantel verbindet, ist eine dauerhafte Verbindung drucktragender Teile. Solche Verbindungen sind von qualifiziertem Personal nach fachlich einwandfreien Arbeitsverfahren auszuführen; bei Druckgeräten der Kategorien II, III und IV lässt eine unabhängige Stelle Verfahren und Personal zu (Anhang I Nr. 3.1.2). Die zerstörungsfreien Prüfungen an diesen Verbindungen führt qualifiziertes Personal aus, ab Kategorie III mit von einer anerkannten Prüfstelle gebilligter Qualifikation (Anhang I Nr. 3.1.3).
Hat der Boden selbst eine Schweißnaht, stammt sie vom Bödenhersteller. Dann gehören dessen Nachweise für diese Naht in die Bauakte, nicht nur Ihre eigenen für die Rundnaht — aus der Praxis, keine Vorgabe der Richtlinie in dieser Form.
Zeugnis des Bodenlieferanten in der Bauakte
Böden zählen nach der Leitlinie G-06 der Kommissions-Arbeitsgruppe „Pressure“ zu den Beispielen für die wichtigsten drucktragenden Teile — neben Mänteln, Hauptflanschen, Rohrböden und Rohrbündeln. Für diese Teile verlangt Anhang I Nr. 4.3 der Richtlinie bei Druckgeräten der Kategorien II, III und IV eine Bescheinigung mit spezifischer Prüfung der Produkte; nach EN 10204:2004 sind das das Abnahmeprüfzeugnis 3.1 und das Abnahmeprüfzeugnis 3.2. Für alle Werkstoffe sind Unterlagen des Werkstoffherstellers einzuholen.
Die Bödenhersteller stellen sich darauf ein: Slawinski liefert Böden mit Werkszeugnis 2.2, Abnahmeprüfzeugnis 3.1 oder Abnahmeprüfzeugnis 3.2; der Händler Zickwolff liefert auf Wunsch ein Prüfzeugnis nach EN 10204 und schreibt, dass es bei drucktragendem Einsatz zur Dokumentation gehört. Fordern Sie die Zeugnisart deshalb schon mit der Bestellung an — und prüfen Sie, dass Schmelze und Boden zusammenpassen: Die Werkstoffe drucktragender Teile müssen bis zur Endabnahme identifizierbar sein (Anhang I Nr. 3.1.5).
Mehr zur Zeugnisart beim Grundwerkstoff steht auf der Seite P265GH und P235GH. Schweißanweisung, Verfahrensprüfung und Schweißerprüfung für die Rundnaht führt die Druckgeräte Schweißdoku Software.
Was diese Seite nicht leistet
Diese Seite gibt Herstellerangaben und den Richtlinientext wieder. Sie enthält keine Maßtabellen, ersetzt weder DIN 28011 und DIN 28013 noch die Festigkeitsberechnung und legt keine Wärmebehandlung für Ihren Boden fest. Keine Rechtsberatung.
Häufige Fragen
- Was ist ein Klöpperboden?
- Ein Klöpperboden ist ein gewölbter Boden für Behälter. Er besteht aus der Wölbung (Kalotte), der Krempe als Übergangsradius und einem zylindrischen Bord. Nach DIN 28011 ist laut den Bödenherstellern der Wölbungsradius gleich dem Außendurchmesser und der Krempenradius ein Zehntel des Außendurchmessers.
- Was ist der Unterschied zwischen Klöpperboden und Korbbogenboden?
- Der Korbbogenboden nach DIN 28013 ist stärker gewölbt: Laut den Bödenherstellern beträgt sein Wölbungsradius das 0,8-fache des Außendurchmessers und sein Krempenradius das 0,154-fache, beim Klöpperboden nach DIN 28011 sind es das 1-fache und das 0,1-fache. Der Korbbogenboden baut damit höher und hat die größere Krempe.
- Nach welcher Norm wird ein Klöpperboden gefertigt?
- Die Bödenhersteller führen den Klöpperboden nach DIN 28011 und den Korbbogenboden nach DIN 28013. Für den Einsatz im Druckgerät kommen die Anforderungen des Regelwerks hinzu, nach dem der Behälter ausgelegt und gefertigt wird.
- Muss ein Klöpperboden nach dem Umformen wärmebehandelt werden?
- Bödenhersteller beschreiben, dass die Kaltumformung die Festigkeit erhöht und Zähigkeit und Dehnung senkt und deshalb in vielen Fällen eine Wärmebehandlung nötig ist, je nach gefordertem Fertigungsregelwerk. Die Druckgeräterichtlinie verlangt eine angemessene Wärmebehandlung, wenn das Fertigungsverfahren die Werkstoffeigenschaften so stark ändern kann, dass die Sicherheit des Geräts beeinträchtigt wird (Anhang I Nr. 3.1.4).
- Welches Zeugnis braucht ein Klöpperboden im Druckbehälter?
- Böden zählen nach der Leitlinie G-06 der Kommissions-Arbeitsgruppe „Pressure“ zu den wichtigsten drucktragenden Teilen. Für diese verlangt die Druckgeräterichtlinie bei Druckgeräten der Kategorien II, III und IV eine Bescheinigung mit spezifischer Prüfung der Produkte (Anhang I Nr. 4.3), etwa ein Abnahmeprüfzeugnis 3.1 nach EN 10204.
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